Das Leben danach

 

18.Januar 2011 von Johanna

Es sind mitlerweile zwei Monate vergangen seid wir unseren Theodor gehen lassen mussten. Noch immer ist es unglaublich schwer zu ertragen und ich weiß das es auch noch lange so bleiben wird. Mein Körper fühlt sich langsam wieder "normal" (so wie vor der Schwangerschaft) an, die Blutungen haben aufgehört wie auch der Milchfluss. Ich gehe einmal in der Woche zum Psychologen und gemeinsam gehen wir einmal im Monat zu einer Selbsthilfegruppe. Seid mitte Dezember geht mein Mann wieder arbeiten und ich verbringe meine Tage damit wieder zur Fahrschule zu gehen, Bewerbungen zu schreiben und meine Gedanken immer und immer wieder kreisen zu lassen. Die Frage "Wieso?" beherscht mein Denken. Ich gehe im Kopf immer wieder die einzelnen Tage der Schwangerschaft durch. Habe ich vielleicht Putzmitteldämpfe eingeatmet? Ist dieser schlimme Herzfehler entstanden weil ein Kind mit Windpocken mich angehustet hat in der Schwangerschaft? Habe ich etwas falsches gegessen? Unendich viele Fragen auf die es leider keine Antwort gibt. Doch, wäre ich glücklich mit einer Antwort? Vielleicht würde sich ja noch mehr Schuldbewusstsein entwickeln wenn ich eine Antwort bekommen würde. Meine Stimmung ändert sich von Tag zu Tag. An einem weine ich unheimlich und an andere Tagen ist es besser zu ertragen. Meine Periode hat zum ersten Mal wieder eingesetzt und das hat mich sehr traurig gemacht, da mein Körper jetzt offiziell auch in meinem Kopf nicht mehr schwanger ist. Wenigstens hat der Haarausfall den ich sehr dolle nach der Schwangerschaft hatte aufgehört. Zur Zeit bin ich in einem Zwiespalt mit mir selbst.  Mein Körper soll sich erst einmal richtig erholen, immerhin hatte ich eine Geburt und zwei Eingriffe anschließend an der Gebärmutter. Tja, das ist der Stand der Dinge bis jetzt.

28.Januar 2011 von Johanna

Letzte Woche Donnerstag hatte ich die Kündigung meines Arbeitgebers im Briefkasten. Ich dachte mir nur so:" Man liegt schon am Boden und will gerade wieder aufstehen und dann tritt noch einmal jemand nach." Ich war noch in der Probezeit. Es ist echt alles schrecklich. Ich habe Vorgestern zum ersten Mal in diesem Jahr die Vögel singen hören und ich sah das die Frühblüher schon etwas aus der Erde guckten. Es war schön und ich dachte noch :" Jetzt ist endlich der Winter vorbei." Naja zu früh gefreut, einen Tag später war wieder alles grau in grau und statt Vogelgesang hörte man nur die Raben krähen. Der Tag des errechneten Entbindungstermin (14.März 2011) rückt immer näher. Ich habe Angst vor diesem Tag, andererseits bin ich froh wenn ich ihn endlich hinter mir habe. Ich rechne immer noch mit in welcher Woche ich wäre, heute wäre ich ca. in der 34. Schwangerschaftswoche. Es ist einfach nur so traurig. Ich verstehe das alles immer noch nicht und ich glaube ich werde das niemals verstehen. Heute wurde ich gefragt wieso ich Theo normal zur Welt gebracht habe und wie grausam es doch gewesen sein muss. Ich empfand es nicht als grausam auch wenn es nach der Verkündung das es eine normale Geburt werden würde ein Schock für uns alle war. Ich empfand es als schön und gut, auch wenn sich das merkwürdig anhört. Es war angenehmer für mich, abgesehen von den Schmerzen, ihn normal zur Welt zu bringen. Ich wusste das es passiert ist, ich war dabei als er ging, wäre ich unter Narkose gewesen hätte ich mich wohl mein Leben lang gefragt ob das alles nur ein Traum war. Abgesehen davon kann man es in diesem Schwangerschaftsstadium nur auf normalen Wege machen. Ich war auch froh das man mir keine Medikamente gab die einen vergessen lassen. Ich kann mich an fast alle Details der Geburt, was davor geschah und was danach geschah erinnern.

25.Februar 2011 von Johanna

Ich denke sehr oft über all das Geschehene nach und mir wird mehr und mehr bewusst wie sehr ich mir doch ein Kind wünsche. Es fühlt sich wie eine Leere an, die Sehnsucht nach einem eigenen Kind war nie größer. Nachts liege ich wach und male mir aus wie schön doch unser Leben mit einem Kind wäre. Ich versuche es den Anderen nicht so sehr zu zeigen, denn ich höre von allen Seiten nur das wir erstmal warten sollen. Doch die wissen garnichts, ihnen ist so Etwas nicht passiert. Diese Menschen haben alle gesunde Kinder. Das ist mein Leben und ich will nicht warten! Ich glaube das ist bei manchen Menschen einfach so, das sie ihr Leben erst mit einem Kind vollkommen sehen. Ein Leben ohne Kinder könnte ich nicht ertragen. Ein Mutter zu sein ist der Sinn den ich in meinem Leben sehe, nicht super erfolgreich im Job zu sein oder so Etwas. Nein, die einzige Freude wäre ein Kind. Was bringt es mir einen erfolgreichen Beruf zu haben, wenn ich mich doch damit nicht ausgefüllt fühle? Es bringt nichts! Ich möchte nur Eines, ein gesundes Kind. Ein Kind dem ich die Welt zeigen und erklären kann, all meine Liebe geben kann. Seid ich 16 bin hab ich den Wunsch nach einem Kind, doch aus der Vernunft heraus habe ich diesen Wunsch so lange wie möglich ruhen lassen, doch nun kann ich diese Stimme nicht mehr unterdrücken. Die meisten Menschen verstehen das leider nicht. Wenn du einmal schwanger warst würdest du alles dafür geben um dieses Gefühl noch einmal zu haben, aber dann natürlich am Ende der Schwangerschaft mit einem gesunden Kind im Arm. Ich bin sehr verzweifelt zur Zeit und ich glaube das mich keiner versteht.

15.Mai 2011 von Johanna

Gestern (14. Mai)  wäre unser kleiner Sonnenschein 2 Monate alt geworden. Es ist ein komisches Gefühl wenn man so darüber nachdenkt. Seid einigen Wochen arbeite ich auch wieder. Als ich noch Zuhause war und beim Einkaufen Schwangere oder frisch gebackene Eltern sah, konnte ich einfach diesen Menschen aus dem Weg gehen, doch seid ich wieder einen Job habe geht das nicht. Ich arbeite im Einzelhandel und wenn diese Sorte von Menschen meine Kunden sind kann ich nicht einfach weglaufen, sondern muss es durchstehen. Es ist wirklich sehr hart und irgendwie kann ich damit noch nicht ganz umgehen. Ich gönne ja jedem sein Kind, es nervt mich halt nur wenn manche es mir dann auch noch so unter die Nase reiben.  In der letzten Zeit träume ich auch wieder viel vom schwanger sein, wie es sich angefühlt hat. Ich kann mich kaum noch an das Gefühl erinnern wie es war, als wäre das nur ein Traum gewesen. Es ist irgendwie ganz merkwürdig. Auch weil alle in meiner Verwandtschaft Eltern werden, mein Bruder der nichts mehr von mir wissen will nach dem ich lediglich sagte das ich erstmal für eine Weile Abstand brauche von Ihm weil ich mit der Situation nicht zurecht komme und er sicch daraufhin angegriffen fühlte und zu mir sagte das man nicht nur auf mich Rücksicht nehmen kann usw. das wollte ich ja auch nicht damit bezwecken, die Wunde war einfach noch zu frisch als ich davon erfahren habe das er Vater wird. Außerdem ist meine Cousine schwanger und mein Cousin ist vor Kurzem Vater geworden. Es nervt nur noch!!!

22.Juli 2011 von Johanna

Ich bin wieder schwanger. Irgendwie komisch das zu schreiben, dieses Wörtchen "wieder". Ich will nicht sagen das ich mich nicht wahnsinnig darüber freue, es ist auch kein direktes Angstgefühl, eher fühlt es sich nach Abstand halten an. Als ob man sich zwar darauf einlassen möchte, doch irgendwie auch nicht. Ich will versuchen noch besser auf mich aufzupassen in dieser Schwangerschaft, auch wenn ich innerlich weiß das ich in der Schwangerschaft mit unserem Theo auch acht auf mich gab. Ein gewisses Schuldgefühl habe ich immernoch, auch wenn ich den größten Teil davon schon losgelassen habe. Ich glaube etwas davon werde ich mein Leben lang behalten. Ich wünsche mir so sehr das in dieser Schwangerschaft alles gut geht und unser "Großer" gut auf sein Geschwisterchen aufpasst. 

 

24.August 2011

Gestern war ein sehr wichtiger Arzttermin in Stuttgart. Es war das Ersttrimesterscreening. Eigentlich ist diese Untersuchung keine Pflicht und muss aus eigener Tasche bezahlt werden, doch wir wollen diesmal alle Untersuchungen mitnehmen damit es nicht noch einmal so spät erkannt wird wenn etwas nicht stimmt. Es wurde lange ein Ultraschall gemacht mit verschieden Ultraschallgeräten unter anderem auch ein 3D-Ultraschall. Der Arzt hat sich alles genau angesehen, bei dieser Untersuchung wird auch die Nackenfalte gemessen um eventuelle genetische Erkrankungen zu erkennen wie zb. Trisomie. Die Nackenfalte war sehr gut vermessbar, da das Kind optimal lag. Die Nackenfalte liegt im unteren Normbereich das ist sehr gut so kann man über 80% von genetischen Erbkrankheiten ausschließen. Das Kind ist voll entwickelt, es hat 5 Fingerchen an jeder Hand und 5 Zehen an den Füßen, die Organe wie zb. Magen und die Nieren waren ersichtbar und sahen gut aus, das Hirn war gut ausgebildet für diesen Schwangerschaftszeitpunkt und somit im zeitlichen Rahmen, die Blutversorgung über die Nabelschnur war sehr gut, auch die Fruchtwassermenge war im vorgegebenen Rahmen. Das Herz auf das wir besonders ein Auge hatten war sehr gut ausgebildet, es verfügt über zwei funktionsfähige Klappen und pumpt sehr gut, der Arzt sagte man könne jetzt schon über die Hälfte der Herzfehler ausschließen. Nur eine Sache war auffällig, meine Plazenta liegt sehr tief, aus diesem Grund darf ich mich nicht überanstrengen und wenn sich das im Laufe der Schwangerschaft nicht ändert wird es ein Kaiserschnitt, doch das ist nicht schlimm. Die Hauptsache ist dass das Kind kerngesund ist.    

Heute habe ich mein Erinnerungsalbum für Sternenkinder geschickt bekommen. Ich werde es im Laufe der jetzigen Schwangerschaft gestalten und Bilder davon auf diese Seite stellen sobald es fertig ist.  

 7.Oktober 2011 von Johanna

Heute sind es noch genau 34 Tage bis zum ersten Geburts- bzw. Todestag. Es ist ein komisches Gefühl, da ich vor einem Jahr noch so glücklich in der Schwangerschaft war und nicht ahnte was in schon kurzer zeit passieren würde. Oft denke ich daran das ich ja jetzt schon ein Kind hätte und es dieses andere Kind in meinem Bauch jetzt noch nicht gäbe, sondern erst in einigen Jahren so wie wir es geplant haben. Theo wäre jetzt bald 7 Monate alt, doch stattdessen sind es schon 231 Tage ohne ihn. Ich schreibe seine Geschichte neu oder anders formuliert ich schreibe alles noch einmal besser formuliert und zusammenhängend auf und nicht unterteilt wie es hier der Fall ist. Außerdem schreibe ich sein Erinnerungsalbum. Angst ist mein ständiger begleiter, da die 23.Woche immer näher rückt.

31.Oktober 2011 von Johanna

In 10 Tagen ist es ein Jahr her als wir unseren kleinen Stern gehen lassen mussten. Oft frage ich mich wie es wohl heute sein würde wenn damals alles gut gegangen wäre. Ich bin momentan oft in Gedanken bei ihm, ich vermisse ihn so sehr!!!

3.November 2011 von Johanna

Heute vor einem Jahr haben wir die schreckliche Diagnose erhalten, es war als wenn ein Film ablaufen würde,du kannst ihn nicht anhalten oder zurückspulen, er läuft einfach weiter und weiter. Daran erinnere ich mich als wenn es erst gestern gewesen wäre. Es fühlte sich nicht real an, irgendwie so unecht. Wahrscheinlich ist dies eine normale Reaktion des Körpers in so einer außergewöhnlichen Situation. Ein Jahr später fühlt sich das Leben wieder echt und wirklich an, nur der Gedanke ein Kind verloren zu haben ist immer noch ganz neu. Ob es für immer so bleiben wird? Will ich überhaupt das ich es anders empfinde, mich sozusagen mit dem Gedanken anfreunde, es vollkommen akzeptiere? Ich glaube ich kann diese Frage noch nicht mit einer 100 prozentigen Antwort beantworten, denn dafür laufen meine Gefühle immer noch in völlig verschiedene Richtungen. Das Einzige was ich weiß das ich ihn nie vergessen will und werde. Mein kleines Sternenkind. In 7 Tagen ist der erste Jahrestag und ich merke das ich mich verändere, ich René ungewollt vor den Kopf stoße. Ich sehr viel mit anderen Betroffenen schreibe, denen es leider erst vor kurzer Zeit passiert ist. Ich befasse mich in letzter Zeit auch noch intensiver mit diesem Thema, ich kann nicht genau sagen ob es ein normales Verhalten um ersten Jahrestag ist. Das Jahr ist so schnell vergangen, als alle Wunden noch frisch waren dachte ich oft das die Zeit wohl nie vergeht und nun ist schon fast ein Jahr rum. Oft fühlt sich mein Herz noch sehr schwer an und schmerzt bei dem Gedanken an Theo. Auch habe ich oft ein Schuldgefühl weil ich wieder schwanger bin. Verrate ich ihn damit? Ich würde ihn niemals ersetzten! Jedes Kind ist doch ein eigenständiges Wesen und soll auch so behandelt werden. Ich will keine Vergleiche ziehen. Ich freue mich über diese Schwangerschaft, doch überkommt mich ab und an das Gefühl des Betrügens an Theo. Ich glaube es ist irgendwo normal.

10.November 2011 (der erste Jahrestag)  von Johanna

Brief an Theodor

Heute bist du nun ein Jahr weg. Heute vor einem Jahr habe ich dich in den Nachmittagsstunden still geboren. Heute vor einem Jahr hätte ich dich am liebsten niemals gehen lassen. Heute vor einem Jahr stand für einen kurzen Augenblick die Welt still, in der Sekunde als die Fruchtblase platze war auf einmal alles ruhig und ich wusste das ich dich nun endgültig gehen lassen müsste. 
Ein Jahr ist vergangen ohne dich. Ein Jahr voller Hochs und Tiefs. Ein Jahr in dem Meere an Tränen vergossen habe. Ein Jahr in dem ich mir unzählige Fragen über dich gestellt habe die nie beantwortet werden können. Ein Jahr nachdem ich immer noch merke wie sehr es schmerzt als wäre es gestern gewesen . Ein Jahr in dem es immer wieder den gleichen Satz in meinem Kopf gab: " Ich hätte dich so gern gekannt" und in der die Frage "Warum?" allgegenwärtig war und ist. 
Wird es irgendwann besser? Werde ich irgendwann nicht mehr über dich weinen, weil alle Tränen aufgebraucht sind? Werde ich dich irgendwann nicht erwähnen wenn man mich nach meinen Kinder fragt?
Nein, denn ich würde dich niemals verraten! Du bist mein Kind und ich werde mein Leben lang voller Stolz über dich reden, egal ob es anderen passt oder nicht.
Du wirst immer da sein wo wir sind, in unseren Herzen. Ich liebe dich so sehr wie nur eine Mutter ihr Kind lieben kann mein kleiner Theodor.

 

Heute vor genau einem Jahr habe ich unser kleiner Theodor um genau 15.53 Uhr in der 23.SSW still geboren. Doch wie fühlt man sich nach einem Jahr? Ich fühle immer noch tiefe Trauer auch wenn der Alltag mich und René eingeholt hat. Nie wieder wird eine Schwangerschaft so unbeschwert und sorglos sein wie sie es war bevor wir die schlimme Diagnose erhalten haben. Oft frage ich mich wie er wohl von Charakter wäre, denn wenn wir nach seinem ET gehen der am 14.03.2011 gewesen wäre würde er jetzt fast 8 Monate sein. Wäre er vielleicht eher ruhig wie René als Kind und so wie ich es war, aufgeweckt und immer mit dem Schalk im Nacken? Ich glaube neben der Trauer sind die unbeantworteten Fragen etwas was einen vielleicht sein Leben lang begleiten wird. Oft habe ich einen beherrschenden Satz im Kopf: "Ich hätte dich so gern gekannt". Ich glaube er drückt und umfasst alle Wünsche und Fragen. Aber da diese Wünsche nicht in Erfüllung gehen werden und die Fragen niemand beantworten kann können wir lediglich dafür sorgen das er nicht in Vergessenheit gerät , auch wenn sich dies manche aus unserem Umfeld wünschen und wir werden immer eine Stelle in der Wohnung haben die ihm gewidmet ist und auf der eine Kerze für ihn brennt, traurig das man für sein verstorbenes Kind nicht mehr machen kann. Alle besonderen Tage wie seinen Geburts-und Todestag, seinen eigentlichen ET und dem Sonntag im Dezember an dem man der verstorbenen Kinder gedenkt werden wir jährlich noch zusätzlich eine Kerze anzünden und unseren Folgekind/ern werden wir von ihm erzählen, das es einen großen Bruder gibt und das er leider ein Sternenkind wurde. Niemals soll er in Vergessenheit geraten !!!! Es gibt ein Gedicht das eine Mutter ein Jahr nach dem Tod ihres Kindes geschrieben hat, hier ist es.

Ein Jahr heißt es
muss vergehn
ehe es leichter wird

erst wenn die Tage
wieder kürzer
und kühler werden

erst wenn die gelben
und roten
Blätter fallen

erst wenn die Nebel
wieder weiß
die Bäume verhüllen

dann erst beginnt
das zweite Jahr
dann erst können sich
erste Narben bilden

dann erst-
und immer vorausgesetzt
dass der Schmerz von gestern
das Alleinsein von heute
und die Leere von morgen

zu ertragen waren
bis dahin
*
Das Jahr ist vergangen
nachdem - so hieß es
alles leichter wird

Das Jahr der Besorgnis

darf jetzt
als beendet gelten

Das Jahr - wie hieß es
der Trauerarbeit
ist jetzt vorüber

Das Jahr
der neuen Gedanken
das Jahr der Anpassung
muss doch
begonnen haben

Es ist das Jahr des Treibsands
der leise nachgibt
unter den Füßen
-
das Jahr
indem ihr mich
nicht mehr rufen hört

(Gitta Deutsch)

 

20.Januar 2012 von Johanna

Ich habe eine ganze Weile überlegt ob ich hier darüber schreibe, ich werde es nun tun. Am 7. Dezember 2011 ist der 17 jährige Bruder von René ganz plötzlich verstorben. Wir langen um halb 11 abends schon im Bett als seine Mutter anrief. René verließ das Schlafzimmer und ich dachte erst es ist etwas mit der Oma passiert. Nach dem Anruf, bei dem er schon die ganze Zeit weinte, hat er mir dann alles erzählt. Ich war sehr geschockt. Wir haben dann schnell unseren Koffer gepackt und sind noch Nachts in die Heimat gefahren. Es war einfach nur schrecklich alles. Wir waren bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag dort. René hat versucht seine Familie zu unterstützen, wie ich auch. Die Beerdigung war am 23.Dezember, es war emotional und hätte Daniel sicher gefallen. Bei der Untersuchung kam raus das er eine Herzmuskelentzündung hatte, wahrscheinlich ausgelöst durch eine Bronchitis, als er dann beim Fußballtraining war hat er sich überanstrengt und einen Herzinfakt erlitten. Seine Eltern habe eine Homepage für ihn eingerichtet, diese habe ich auf meiner Seite unter ANDERE GEDENKSEITEN gespeichert. Es tut mir alles so leid für die Familie, keiner hat es verdient so früh zu sterben.